Einsatz im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz

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Die Feuerwehr Bietigheim-Bissingen wurde am Donnerstagabend (15.07.21) als Teil des Katastrophenschutzzugs "Hochwasser" des Landkreises Ludwigsburg nach Rheinland-Pfalz alarmiert. 

Vorwort

Die "Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums über die Stärke und Gliederung des Katastrophenschutzdienstes" beschreibt den Zug Hochwasser als eine Einheit aus fünf Fahrzeugen, einem ELW1, einem LF-KatS, einem RW, einem MTW sowie einem GW-T oder GW-L mit ingesamt 18 Einsatzkräften. Die Feuerwehr Bietigheim-Bissingen war hier mit dem Führungsfahrzeug ELW1, dem Rüstwagen RW2 und einem Mannschaftstransportwagen (MTW) eingebunden. Das Löschfahrzeug des Katastrophenschutzes stellte die Feuerwehr Marbach a. N., das Logistikfahrzeug kam von der Feuerwehr Vaihingen an der Enz. Eine Vielzahl an Pumpen und technischen Geräten wurde vom landkreiseigenen Abrollbehälter "Hochwasser", welcher ebenfalls bei der Feuerwehr Bietigheim-Bissingen stationiert ist, auf dieses Fahrzeug verlastet.

Lage

Am 14. und 15. Juli 2021 hatte das Tiefdruckgebiet "Bernd" für extremen Starkregen im Westen Deutschlands gesorgt. Verschiedene Städte und Landkreise in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz waren stark betroffen und mussten den Katastrophenfall ausrufen. 

Im Landkreis Trier-Saarburg trat unter anderem die Kyll über die Ufer. In Kordel wurde ein Teil der Kommune, darunter ein Altenheim, evakuiert. Rund 300 Häuser überfluteteten die Wassermassen in diesem Ort. Hier wurde der Hochwasserzug Ludwigsburg eingesetzt. 

Einsatzverlauf

Bereits rund zwei Stunden nach Alarmierung wurde die Hochwasserzug am Standort Bissingen gesammelt und dort von Landrat Allgaier, Kreisbrandmeister Dorroch und Kommandat Wallesch verabschiedet. Das Ziel, eine Bundeswehrkaserne in der Nähe des Schadensgebiets, wurde in der Nacht zu Freitag erreicht. Nach einer kurzer Nachtruhe in der Sporthalle, in den Fahrzeugen oder gleich im Freien, verlegte der Zug direkt nach Kordel. Hier musste im ersten Schritt die Ortsmitte wieder befahrbar gemacht werden. Das Wasser stand in diesem Bereich hüfthoch. Fahrzeuge der Bundeswehr hatten sich hier bereits festgefahren. Die Einsatzkräfte nahmen Chiemseepumpen vor und befreiten Straßenschächte von Unrat. Im Tagesverlauf war das Abpumpen von Wasser, auch in Zusammenarbeit mit dem THW und einem Gefahrgutzug, die Hauptaufgabe. Kurz vor 18 Uhr wurde das LF-KatS zu einem gemeldeten Feuer entsandt. Glücklicherweise handelte es sich hierbei nur um einen schmorenden Sicherungskasten. Nach über zehn Stunden Arbeit im Schadengebiet wurde der Zug für diesen Tag aus dem Einsatz entlassen.

Am nächsten Morgen ging es nach einer Nacht in einer Stadthalle wieder nach Kordel. Auch an diesem Tag mussten Keller ausgepumpt werden. Ein Schwerpunkt bildete auch hier wieder die Ortsmitte. Der Zugführer hatte verschiedene Straßenzüge zugeteilt bekommen, diese wurden durch Erkundungsteams kontrolliert. An vielen Stellen mussten die Einsatzkräfte tätig werden und Keller von Schlamm, Wasser und Wasser-Öl-Gemisch befreien. Auch hier war die Zusammenarbeit im Zug untereinander aber auch mit den Kameraden von THW und Gefahrgutzug hervorragend. Nach wieder fast zehn Stunden im Einsatzgebiet wurden die Kräfte an diesem Abend aus dem Einsatz entlassen. 

Am späten Abend erreichten die Kräfte wieder den Landkreis Ludwigsburg. Die Einheiten aus Bietigheim-Bissingen wurden von Kommandant Wallesch und den Abteilungskommandten wieder in Bissingen begrüßt. Am nächsten Tag wurden mit Hilfe weiteren Kameraden die Gerätschaften gereinigt und die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt.

Trotzdem der großen Herausforderungen, die während des Einsatzes an Mensch und Maschine gestellt worden sind, sind wir glücklich und stolz einen kleinen Beitrag für die so stark betroffenen Menschen im Katastrophengebiet geleistet zu haben.

Bericht LKZ