Geschichte

In einer Sonderbeilage am 21. August 1975 titelt die Bietigheimer Zeitung: " Genau nach 50 Jahren: Neues Gerätehaus für die Bietigheimer Feuerwehr"

Nachdem seit Jahren die Unterbringung der Feuerwehr im Magazin am Marktplatz (Zweigiebelhaus) aus dem Jahr 1925 unbefriedigend war, konnte die Feuerwehr im August 1975 in die neue Feuerwache an der Mühlwiesenstraße ziehen. Im Magazin am Marktplatz standen lediglich vier Fahrzeugstellplätze zur Verfügung, Ausrüstungsgegenstände waren im Hornmoldhaus und der Kelter untergebracht, ein Unterrichtsraum konnte in der alten Oberschule genutzt werden, Sanitärräume fehlten gänzlich. Vor dem Jahr 1925 war die freiwillige Feuerwehr direkt im Rathaus Bietigheim untergebracht. Hier waren die Möglichkeiten natürlich noch begrenzter.

Abenteurliche Szenen müssen sich - Erzählungen zufolge - wohl bei Alarmen an Markttagen zugetragen haben, an denen die Ausfahrt der Feuerwehrfahrzeuge durch die Marktstände erheblich erschwert war. Glaubt man den Ausagen älterer Kameraden, so war mancher Marktbeschicker ebenso schnell im Zusammenräumen seiner Auslagen, wie die Kameraden im Anziehen der Schutzkleidung und Besetzen der Einsatzfahrzeuge. Für heutige Anforderungen an Ausrücke- und Eintreffzeiten ein völlig unvorstellbarer Zustand. Den steigenden Anforderungen, den unzureichenden Platzverhältnissen und dem erhöhten Einsatzaufkommen wurde schließlich mit dem Neubau "im Bleichwörth" Rechnung getragen. Mit 3,1 Millionen DM konnten die Baukosten für das 22 Monate dauernde Bauprojekt um 200.000 DM unterschritten werden.

Der Standort war für damalige Verhältnisse optimal gewählt. Eine direkt Anbindung an die B27 und die Löchgauer Straße war gewährleistet, das schnelle Eintreffen der Feuerwehrkräfte aus der Altstadt und das schnelle Erreichen der Einsatzstellen somit sichergestellt. Durch eine im Jahr 2015 installierte intelligente Ampelsteuerung im Alarmfall, ist die Anfahrt der Einsatzfahrzeuge auf der B27 beschleunigt worden. An größeren Kreuzungen haben die Einsatzfahrzeuge in Verbindung mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn eine Vorrangschaltung erhalten.

Doch auch an diesem Standort gingen die Spuren des Städtewachstums und der erweiterten Feuerwehr-Technik nicht spurlos vorrüber! Die Platzverhältnisse in allen Bereichen wie z. B. Umkleiden, Schulungsräume, Werkstätten, Büros, Stellflächen für Fahrzeuge und Lagerflächen waren an ihrem Limit. Der Gemeinderat folgte dem Ergebnis einer Machbarkeitsstudie und brachte so eine umfassende Sanierung der Bestandsgebäude und den Neubau der großen Fahrzeughalle auf den Weg. Dieses Großprojekt startete im April 2026 mit den ersten Abrissarbeiten.

Um weiterhin während der Bauphase einsatzfähig zu bleiben, zog die komplette Abteilung Bietigheim in eine sogenannte "Interimswache" auf dem ehemaligen DLW-Gelände an der Stuttgarter Straße. Dort wurde eine alte Fabrikhalle sowie Büro- und Sozialbereiche für die Dauer der Baumaßnahmen angemietet. Eine Rückkehr in die Mühlwiesenstraße ist für Mitte 2028 vorgesehen.