Geschichte

Geschichte der Abteilung Bietigheim

Ereignisse in Bietigheim vor 1975

Schon früh finden sich in der städtischen Ordnung Hinweise zur Brandbekämpfung. Die Löschtechniken waren denkbar einfach. Bei Feuer wurde die Brandglocke geläutet, in Bietigheim waren das die Glocken der "Stadtkirche" und die des "Unteren Tores". Jeder Bürger musste alles stehen und liegen lassen und sich schnellstens zum Rathaus begeben, wo er seinen ledernen Feuereimer in Empfang nahm um sich dann mit Leitern und Feuerhaken zur Brandstelle aufzumachen. An Ort und Stelle wurde eine Kette zur nächsten Wasserstelle gebildet und in den Eimern das Wasser zum Brand getragen.

Am 11. Mai 1836 wurde eine "Lokalfeuerlöschordnung" in Kraft gesetzt. Verschiedene Geräte wurden neu angeschafft, so dass nunmehr eine modernere Brandbekämpfung möglich war. Dies waren unter anderem Feuerspritzen, Feuerwagen, Feuerseil, Feuerhaken, Leitern, Wasserkarren, Butten, und Eimer.

Die Bürger waren in verschiedene Gruppen eingeteilt: Anwendung der Leitern und Feuerhaken, Buttenträger, Bedienung der Spritzen, Sturmläuten, Rettung der Städtischen und Kirchlichen Unterlagen und Gegenstände, Rettung des Hausrates, Feuerreiter, Aufsichtspersonal.

Durch 71 Brandfälle zwischen 1832 und 1860 in Bietigheim und Umgebung wurde eine Neuordnung des Feuerlöschwesens notwendig.

Am 10. Juni 1860 wurde in einer öffentlichen Versammlung zum Beitritt in die Freiwillige Feuerwehr aufgefordert. 46 Mann waren sofort bereit zum Beitritt und wählten noch am gleichen Tag ihre Kommandanten. Die Freiwillige Feuerwehr Bietigheim war nun gegründet. Sie gliederte sich zunächst in 4 Züge: Arbeitsmannschaft, Rettungsmannschaft, Spritzenmannschaft und Schutzmannschaft. Durch die gute Aufstellung der Wehr hatte sie Löschhilfe für 15 umliegende Gemeinden ohne eine ordentliche Feuerwehr zu leisten.

Am 12. August 1863 wurde eine eigene "Lokalfeuerlöschordnung" erlassen. Sie brachte eine Neueinteilung der Wehr die wie folgt aussah: freiwillige Steiger, Lösch- und Spritzenmannschaft, Rettungsmannschaft, Wachmannschaft und Reserve.

Durch immer größere Brände und Einsätze fasste der Stadtrat zum Jahresanfang 1865 den Beschluss zum Erwerb einer leistungsfähigeren Feuerspritze mit Handbetrieb. Innerhalb 3 Wochen war sie beschafft und erfüllte bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts.

In den frühen Morgenstunden des 24. April 1870 brach in einem Gebäude in der unteren Hauptstraße ein Feuer aus. Es griff schnell auf 6 Häuser und weitere 5 Scheunen über. 15 Familien verloren ihr Obdach und teilweise ihr gesamtes Hab und Gut.

Dank der ersten Spenden konnte 1874 die erste Fahne der Bietigheimer Wehr anlässlich einer Fahnenweihe übergeben werden.

Im April 1883 brannte es erneut in der Altstadt von Bietigheim. Das in einer Scheune ausgebrochene Feuer griff auf weiter 14! Gebäude über, die vollständig zerstört wurden.

Festakt zum 25. Jähriges Jubiläum der Feuerwehr im Jahre 1885.

Zu Übungszwecken wurde 1893 an der heutigen Großsachsenheimerstrasse ein "Steigerturm" (Abriss 1951) errichtet.

Gründung einer Musikkapelle im Jahre 1908 (bis 1934).

Umfangreiches Festprogramm und Festschrift zum 50. Jährigen Jubiläum der Wehr.

Von 1914 bis 1918 brachte der 1. Weltkrieg das Löschwesen der Stadt zum erliegen.

1919 konnte endlich der Übungsbetrieb langsam wieder aufgenommen werden. Am Heiligen Abend dieses Jahres kämpfte die Wehr gegen ein extremes Hochwasser.

Verheerender Brand am Marktplatz im August 1921. Das gesamte Häuserviertel zwischen Rathaus und Stadtkirche wurde ein Raub der Flammen.

1923 erfolgte die Anschaffung einer Motorspritze mit Pferdebespannung.

Bezug des Magazins am Marktplatz (Zweigiebelhaus) und Aufbau der Weckerlinie im Jahre 1925. An diese Weckerlinie (bis 1975) waren 37 – 40 Mann angeschlossen die im Einsatzfall so alarmiert wurden.

1930 folgte die Beschaffung eines Löschfahrzeuges (bis 1956) von Magirus. Diese Anschaffung verpflichtete die Wehr zur Löschhilfe im Umkreis von 20 km.

Angliederung der Feuerwehr Metterzimmern als "Vorortfeuerwehr" im Jahr 1931.

In der Zeit des 2. Weltkrieges wurde die Feuerwehr Bietigheim komplett aus ihren bewährten Strukturen heraus gerissen. Kommandanten traten zurück oder wurden abgesetzt weil sie nicht der Vorstellung der "Politik" entsprachen.

Ein weiteres Löschfahrzeug und ein Tragkraftspritzenanhänger werden 1942 beschafft und die pferdebespannte Motorspritze in Metterzimmern stationiert.

Die kriegsbedingten Einsätze nahmen zu und die Fahrzeuge wurden auf mehrere Standorte in der Stadt verteilt. Ein LF in einem selbst gegrabenen Stollen das andere LF in einer Fabrik und eine Motorspritze im Krankenhaus.

Überlandhilfen bis nach Stuttgart und Heilbronn häuften sich gegen Kriegsende.

1946 beginn des Wiederaufbaus der Feuerwehr in Bietigheim. Aufbau einer neuen Mannschaft, Instandsetzung der Weckerlinie und Ersatzbeschaffung defekter Geräte.

Indienststellung eines Löschfahrzeuges im Jahr 1956 als Ersatzbeschaffung.

1957 folgte der kauf eines Tanklöschfahrzeuges.

Auf Grund der steigenden Stadtgröße wurde kaum 6 Jahre später ein LF 16/TS beschafft.

Das 100 Jährige Jubiläum stand 1960 an. Dies wurde mit einer Großübung aller Fahrzeuge gebührend gefeiert.

1966 wurde die erste Drehleiter mit 30m Steighöhe in Bietigheim in Dienst gestellt.

In den folgenden Jahren platzte das Magazin am Marktplatz aus allen Nähten. Zeitweise wurden Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände in anderen Gebäuden der Stadt untergebracht. Sanitäre Einrichtungen waren nicht vorhanden.

Nachdem der Verlauf der neuen B27 bekannt war, begann 1971 die Planung für ein neues Magazin.

Im Jahr 1975 war die Einweihung des neuen Magazins an der heutigen Mühlwiesenstrasse ein großes Ereignis. Endlich stand den Feuerwehrkräften nun ausreichend Platz für Fahrzeuge, Geräte, Unterricht, Wartung und Pflege, Sozialbereiche, sonstige technische Einrichtungen und Wohnungen für Hauptamtliche zur Verfügung.

Ereignisse in Bietigheim nach 1976

Als sich 1975 die Stadt Bietigheim und die Gemeinde Bissingen zur neuen Stadt Bietigheim-Bissingen zusammenschlossen, blieb das natürlich auch für die beiden eigenständigen Feuerwehren nicht ohne Folgen. Mit Wirkung vom 01.01.1976 beschloss der Gemeinderat eine neue Satzung für die gemeinsame Feuerwehr Bietigheim-Bissingen, in der die Feuerwehren Bietigheim und Bissingen als selbstständige Abteilungen aufgingen. Die freiwillige Feuerwehr Bietigheim-Bissingen bestand nun aus zwei Aktiven Abteilungen und einer Altersabteilung in Bissingen.

Zum ersten Kommandanten der Gesamtwehr wurde 1976 Otto Rühle gewählt. Abteilungsleiter in Bietigheim wurde Kurt Mauch. Nachdem die neue Führung gewählt war konnte es im Mai an die erste Hauptübung der Feuerwehr Bietigheim-Bissingen gehen.

Ein starkes Hochwasser von Enz und Metter forderte 1978 die ganzen Kräfte der Gesamtfeuerwehr.

1979 konnte in der Abteilung Bietigheim ein neues Tanklöschfahrzeug in Dienst gestellt werden. Ein Mercedes mit einem Aufbau von Bachert.

Im Jahre 1981 folgte die zweite gemeinsame Großübung an einem Lagerhaus in Bissingen. Nicht nur hier, sondern auch bei einem Großbrand auf einem Aussiedlerhof wo die Gesamtwehr mit 10 Fahrzeugen vertreten war, wusste sie sich eindrucksvoll zu bewähren.

1982 gründete die Abteilung Bietigheim eine eigene Altersabteilung. Es waren 133 Einsätze zu bewältigen.

Die Abteilung Bietigheim erhielt 1983 ein neues Löschfahrzeug 16/TS und ein Schlauchboot.

Auch 1984 stiegen die Einsatzzahlen der Gesamtwehr an. Es galt erneut einen Grossbrand zu bekämpfen. Auch hier war die Gesamtwehr im Einsatz. Die dritte gemeinsame Großübung konnte im Herbst abgehalten werden.

Das Jahr 1985 stand ganz im Zeichen der Jubiläen. Die Abteilung Bietigheim konnte auf 125 Jahre zurückblicken und die Gesamtfeuerwehr Bietigheim-Bissingen auf 10 Jahre.

Ein neuer Einsatzleitwagen wurde 1988 der Abteilung Bietigheim übergeben.

1991 stellte die Abteilung Bietigheim ein neues Löschgruppenfahrzeug in Dienst.

Als Ersatz für die in die Jahre gekommenen DL konnte die Abteilung Bietigheim 1994 eine neue Drehleiter mit Korb übernehmen.

Bei einem Vollbrand eines Elektrofachgeschäftes 1996 am Bahnhof in Bietigheim zeigte die Wehr ihr können.

Im Jahr 1998 standen gleich zwei Höhepunkte an. Die Jugendfeuerwehr der Gesamtfeuerwehr wurde gegründet. Nun können Kinder und Jugendliche ab dem 12. Lebensjahr der feuerwehr beitreten. Der zweite Höhepunkt war das neue Boot der Abteilung Bietigheim. Das Festkörperboot ersetzte ein nicht mehr ausreichendes und einsatzfähiges Schlauchboot.

Der Brand in einem Hotel in der Bietigheimer Altstadt sowie der Jahrhundertsturm Lothar forderte 1999 die Gesamtwehr.

2001 konnte die Abteilung Bietigheim und die Jugendfeuerwehr ein neues Fahrzeug ihr Eigen nennen. Ein MTW mit Platz für neun Personen und Ladefläche im Heck sollte das Transportproblem stillen.

Der Bund stationierte 2002 einen Dekon-P LKW in Bietigheim. Die Beladung dieses LKW´s dient zur Dekontamination von Personen im Katastrophenfall. Die neue Dekon-P Einheit besteht ab diesem Zeitpunkt aus Aktiven von beiden Abteilungen. Das Fahrzeug bereichert die Gesamtfeuerwehr als GW-T in Ihrem Logistikkonzept. In Bietigheim konnte der Neubau einer weiteren Fahrzeug- und Lagerhalle gefeiert werden.

Ein neuer Kommandowagen konnte 2003 von der Gesamtfeuerwehr in Dienst gestellt werden. Stationiert ist er in Bietigheim. Zwei Überlandhilfen bei Großbränden nach Löchgau und Freiberg hatte die Abteilung Bietigheim zu leisten. Ein Dachstuhlbrand in der Bietigheimer Altstadt alarmierte beide Abteilungen. Die eigene Hauptübung sowie eine Waldbrandübung zusammen mit Ingersheim wurden zufrieden stellend absolviert.

Eine Gasexplosion in einem Wohnhaus in der Bietigheimer Altstadt setzte beide Abteilungen im November 2004 in Marsch.

Der Brand eines Wohnhauses im Stadtteil Buch im Jahre 2005 stellte die Gesamtfeuerwehr vor eine große Aufgabe. Dieses Gebäude war komplett aus Holz gebaut und mit Holzspänen isoliert was die Brandbekämpfung erschwerte. Ebenfalls ein größeres Aufgebot an Einsatzkräften bescherte der Starkregen in diesem Jahr, wo die Kräfte fast zwei Tage am Stück in Bietigheim tätig waren.

2006 konnte die Abteilung Bietigheim ein neues Tanklöschfahrzeug in Dienst stellen. Zur Absicherung einer historischen Floßfahrt auf der Enz durch die drei Boote der Gesamtfeuerwehr, waren Kameraden einen ganzen Sonntag beschäftigt. Ein Leck an einem Tankwagon am Güterbahnhof rief beide Abteilungen auf den Plan. Eine Gruppe junger Feuerwehrkameraden aus Bietigheim machte sich auf, das Leistungsabzeichen in Bronze zu erwerben. Nach erfolgreicher Abnahme wurde gebührend gefeiert.

Der neue Schlauchtrocken- und Übungsturm auf dem Gelände der Feuerwache Bietigheim konnte 2007 eingeweiht werden. Die Leistungsabzeichen Gruppe Bietigheim erwarb in Markgröningen das Abzeichen in Silber. Der Vollbrand einer Werkstatt in der Goethestraße konnte durch beide Abteilungen bekämpft werden. Ein schwerer Verkehrsunfall auf der B27, bei dem ein LKW auf der Seite liegend in einer Böschung landete, forderte die Mannschaft und Technik beider Abteilungen.

2008 feierte die Jugendfeuerwehr ihr 10 jähriges Jubiläum. Das Leistungsabzeichen in Gold wurde in Schwaikheim erfolgreich abgelegt. Überlandhilfe zu einem Großbrand nach Möglingen mit mehreren Fahrzeugen aus Bietigheim. Eine gemeinsame Grundausbildung mit Ausbildern aus Sachsenheim und Bietigheim wurde durchgeführt.

Teilnahme der Dekon-P Einheit beim NATO-Gipfel 2009 in Baden-Baden zur Gefahrenabwehr. Kameraden als Komparsen, Aufnahmen von Fahrzeugen und der Feuerwache für eine Fernsehserie der ARD. Durchführung einer Schauübung im Juni bei der Jubiläumsveranstaltung der Feuerwehr Vaihingen/Enz. Ein Chlorgasaustritt mit verletzten Badegästen in Bissingen alarmierte beide Abteilungen. Unter der Leitung des THW erwarben Aktive der Gesamtfeuerwehr den Bootsführerschein für Binnengewässer. Die Dekon-P Einheit Bi-Bi wurde durch einen Erlass aus dem Innenministerium zum Jahresende innerhalb Baden-Württembergs verlegt.

Weitere Fakten über die Feuerwehr in Bietigheim folgen!