H3 - 12.11.2007

Schwerer Verkehrsunfall am 12. November 2007

Mit dem Alarmstichwort "H3" wurden die Abteilungen Bietigheim und Bissingen in den Nachmittagsstunden des 12. November 2007 auf die B27 alarmiert.

Ein aus Richtung Stuttgart kommender Sattelzug war beim Abbiegevorgang von der Stuttgarter Straße auf die Karl-Mai-Allee umgekippt.
Der verletzte Fahrer war in seinem Füherhaus eingeschlossen und der gesamte Sattelzug drohte eine Böschung in Richtung Talstraße hinunter zu rutschen.

Die Abteilung Bietigheim rückte gemäß AAO mit dem LF 16/12 aus. Kurz darauf folgte der ELW 1.
Aus Bissingen kam der Rüstzug mit TLF 16/25, RW 2 und ELW 1 zur Einsatzstelle.

Da sich die Einsatzstelle in unmittelbarer Nachbarschaft zur Feuerwache Bietigheim befindet, konnte sehr schnell mit ersten Maßnahmen begonnen werden.
Primär galt es in Absprache mit dem bereits eingetroffenen Rettungsdienst den Fahrer aus seiner Zwangslage zu befreien und parallel dazu den LKW vor dem Abrutschen zu sichern.
Da zunächst nicht sicher war, ob der Fahrer durch die Beifahrertür aus dem Führerhaus gezogen werden muss, wurde vorsorglich die DLK 23/12 zur Einsatzstelle beordert, um einen möglichen Rollglisseinsatz vorzubereiten.
Dieser war dann doch nicht vonnöten, da der Fahrer - nachdem er mit einem KED-System stabilisiert worden war - durch die entfernte Frontscheibe aus dem Führerhaus gehoben werden konnte.
Zeitgleich dazu wurde der Sattelzug mittels Greifzug am TLF 16/25 angeschlagen, sowie zusätzlich mit der Zugeinrichtung des RW 2 gesichert.

Nach Abschluss dieser Primärarbeiten wurden erste ausgelaufene Betriebsflüssigkeiten mit Universalbindemittel abgestreut und die Batterie der Zugmaschine abgeklemmt.

Zur Bergung des Sattelzuges wurden zwei Privatfirmen zur Einsatzstelle beordert. Mit Hilfe von zwei Mobilkränen sollte der Sattelzug wieder aufgerichtet und dann durch einen speziellen Berge-LKW abgeschleppt werden.
Durch die Sperrung der Karl-Mai-Allee stadtauswärts und die Verengung auf eine Fahrspur stadteinwärts kam es im aufkommenden Feierabendverkehr zu erheblichen Behinderungen mit zwei kleineren Folgeunfällen.
Da die Bergefahrzeuge ebenfalls über die betroffene B27 anrücken mussten, verzögerte sich ihr Eintreffen an der Einsatzstelle erheblich. Auch der Einsatz des ELW 1 als "Lotsenfahrzeug mit Sonderrechten" konnte hier nur bedingt Abhilfe schaffen.

Nachdem die Kräne eingetroffen und aufgebaut waren, wurde der umgekippte Sattelzug an den beiden Mobilkränen angeschlagen. Die Sicherung an den beiden Feuerwehrfahrzeugen wurde durch das dritte Bergefahrzeug als Anschlagpunkt zunächst ergänzt und im Zuge der Bergung ersetzt.
Da mittlerweile die Dämmerung eingesetzt hatte, wurden zur Beleuchtung der Einsatzstelle die Lichtmasten von RW 2 und LF 16/12 eingesetzt.
Der LKW wurde von den Kränen zunächst angehoben und dann vom Bergefahrzeug mittels eines am Auflieger angeschlagenen Stahlseils zurück auf die Räder gezogen.

Nach Abtransport des Sattelzuges wurde die zerstörte Leitplanke mittels Plasmaschneider abgetrennt und umgehend mit Erdaushubarbeiten an der Unfallstelle begonnen. Durch den Unfall sind alle Betriebsflüssigkeiten der Zugmaschine ins angrenzende Erdreich ausgelaufen. Dieses musste folglich abgetragen und einer umweltgerechten Entsorgung zugeführt werden.
Das LF 16/12 blieb zum Ausleuchten bis zum Abschluss der Arbeiten an der Einsatzstelle. Gegen 19.15 waren alle eingesetzten Kräfte wieder an den Standorten - für die Bietigheimer Abteilung gerade rechtzeitig zur um 19.30 Uhr beginnenden Zugübung.

Neben der Feuerwehr waren drei Streifenwagenbesatzungen der Polizei an der Unglücksstelle, ein RTW und ein NEF des Rettungsdienstes, zwei Mobilkräne und ein Bergefahrzeug, ein LKW und ein Bagger einer privaten Erdbaufirma, sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltung Bietigheim-Bissingen mit einem Fahrzeug.