Brandcontainer in Külsheim

Gruppe der Abt. Bissingen im Brandconatiner in Külsheim

Neun Kameraden der Abt. Bissingen absolvierten am Samstag, den 05. Juli ein zehnstündiges Flashover-Training in einem Brandcontainer. Fast alle Teilnehmer sahen eine solche Anlage zum ersten Mal von innen. Wobei "Brandcontainer" die Anlage in Külsheim nicht ganz trifft. Die brandneue holzbefeuerte Anlage in Külsheim (Main-Tauber-Kreis) gleicht mit ihren rund 130 Quadratmetern Übungsfläche schon mehr einem "Brandcontainer Dorf". Mehrere Container-Elemente sind miteinander verbunden, darunter der Container für die Rauchgasdurchzündungen. Die Anlage wurde im Februar dieses Jahres neu eröffnet und wird der Ankündigung mehr als gerecht. Björn Bäuerle und Stefan Feucht, beide bei der Berufsfeuerwehr Stuttgart, haben hier eine wirklich sinnvolle Übungseinrichtung für Feuerwehrangehörige geschaffen.

Gut gelaunt startete der Morgen mit einem knapp zweistündigen Theorieunterricht, der die wesentlichen Aspekte der Brandbekämpfung, die verschiedenen Launen des Feuers, sowie verschiedene technische Aspekte einer Heißausbildung genau vermittelt. Um Elf ging´s dann auch schon nahtlos in die Praxis über. Begonnen wurde mit einer kurzen Begehung des Containers ohne Atemschutzgerät. Danach folgte das Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung. Auf vollständige Ausrüstung und korrekten Sitz wurde größten Wert gelegt, schließlich mussten Spitzentemperaturen von 1150°C an der Decke und ca. 700°C in Helmhöhe unverletzt überstanden werden.

Nach einigen Durchzündungen ging es raus ins Freie zum Strahlrohrtraining. Ziel dabei war es, ein Gefühl für die Bedienung von Hohlstrahlrohren zu bekommen, und die Möglichkeiten der modenren Srahlrohre kennen und erleben zu lernen.

Bei vorzüglichem Mittagessen blieb kurz Zeit, die ersten Erfahrungen auszutauschen. Anschließend ging es ans Eingemachte. Auf dem Nachmittagsprogramm stand das Blocken mehrerer Rauchgasdurchzündungen und das erneute Beobachten der Rauchentwicklung und den Rauchschichten. Mehrere Durchzündungen breiteten sich wenige Zentimeter über den Teilnehmern aus. Die Feuerwalze, welche mit einer unglaublichen Macht über die Köpfe hinweg zog, wurde von allen als respekteinflößend beschrieben. Mensch und Material wurden hier langsam aber bestimmt an die Schwelle des Machbaren geführt.

Als nächste Übung folgte das Entrauchen eines verqualmten Containers. Was für Außenstehende auf den ersten Blick ungewöhnlich aussieht, erfüllt den Zweck voll und ganz: Einen Raum binnen Sekunden rauchfrei zu bekommen. Der Effekt ist einfach. Ein Hohlstrahlrohr wird aus einem Fenster gerichtet und dann so weit wieder in den Raum zurück gezogen, bis der Sog des Wassers den Rauch nach außen zieht. Das Resultat ist verblüffend. Ein gänzlich verrauchter Raum wird somit in wenigen Sekunden fast komplett entraucht. Fast schneller als jeder Lüfter in Stellung gebracht werden kann. Es ist also nicht immer "unnütz", wenn die Feuerwehr auch mal vom Gebäudeinneren nach außen "löscht".

Zum Abschluss des Tages folgt im Trupp zunächst das richtige Türöffnen mit Wärmeprüfung und zielgerichteten Sprühstößen, dann das Vorrücken in den Brandraum mit dem abschließenden Blocken einer Rauchgasdurchzündung. Alle zuvor geübten Abläufe wurden nun in einem Vorgang untergebracht.

Fazit: Das International Fire and Rescue Training hinterlässt bei jedem einen Aha-Effekt, der sich gewaschen hat. Die Erfahrungen, die auf dieser Anlage gesammelt werden, sind im Ernstfall von unschätzbarem Wert. Geboten wird in Külsheim in jedem Fall mehr, als das übliche Brandcontainer "Rein-Raus".